Karen-Henrike Berg Buddenbrooks. Doc



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Werk Thomas Manns, Tübingen 1988, S.3ff., Jendreiek: demokratischer Roman, S.153f. 

215


Thomas Mann: On Myself, in: M,XIII, S. 127-169 

216


Thomas Mann: Lübeck als geistige Lebensform, in: M,XI, S.376-398 


 

 

85



Die überschaubaren, eingegrenzten Welten in Buddenbrooks (die Stadt Lübeck), im 

Zauberberg (das Sanatorium 'Berghof') oder im  Joseph repräsentieren in ihrer 

Abgeschlossenheit, als Mikrokosmos, jeweils die Menschheit in ihrer Totalität. 

Paradigmatisch werden sie zur Wirkungsstätte ewig gleicher, ewig gültiger Gesetze, zum 

Schauplatz immer gleicher Phänome und Ereignisse. Die Welten in den genannten 

Romanen sind hermetisch abgeschlossen von der Außenwelt, von anderen Zeiten und 

Räumen. Was in  Buddenbrooks nicht in Lübeck oder Travemünde geschieht, wird 

entweder durch die Familienchronik oder durch Berichte und Briefe übermittelt. In 

dieser äußersten Konzentration auf einen bestimmten räumlichen und zeitlichen Rahmen 

wird eine fiktive Welt geschaffen, die über sich selbst hinaus repräsentativ ist, die auf die 

Menschheit als Ganzes verweist, und die den immer gleichen Gesetzen des Seins 

unterworfen ist. Das Gleiche gilt für die Welt des Sanatoriums im Zauberberg: Diese 

Welt "hier oben" ist alleiniger Schauplatz des Romans, über die Ereignisse im 

"Flachland" wird nur berichtet. 

"Was in den  Buddenbrooks noch ohne programmatische Konzeption (...) wirksam 

ist", wird sich später zur mythischen Form "entwickeln und zu theoretischer Bewußtheit 

steigern." Schon in  Buddenbrooks finden sich Ansätze der späteren mythischen 

Konzeption: Bereits dort erhält der Leser "Einblick in die universale Dimensionalität des 

Einzelfalles und seine repräsentative Allgemeinheit".

217

 

Es wäre ein Anachronismus, Thomas Mann bereits zur Zeit der  Buddenbrooks-



Niederschrift die Absicht, einen mythischen Roman schreiben zu wollen, zu unterstellen. 

Doch wenn man die Entwicklung seiner Romankunst und seiner Romantheorie 

betrachtet, so läßt sich bereits in der Anfangsphase seiner schriftstellerischen Tätigkeit 

der Keim zu seinem späteren Mythosverständnis entdecken.

218

 Nicht zuletzt erklärbar 



durch den Einfluß Schopenhauers auf Thomas Mann findet sich bereits in dessen 

Frühwerk das Mythische als "das Ewige im Vergänglichen und Notwendige im 

Zufälligen".

219


 Die Erkenntnisse der Psychoanalyse, Freuds und Jungs, haben Thomas 

Manns Mythosbegriff entscheidend beeinflußt, und dies geschah erst lange, nachdem die 



Buddenbrooks abgeschlossen waren; doch Dierks meint, daß Thomas Mann in den 

Erkenntnissen dieser beiden letztlich die altbekannte schopenhauersche Weltsicht 

wiederbegegnet sei.

220


 Dies bestätigt Thomas Mann in seinem Aufsatz Freud und die 

Zukunft

221


 (M,IX,484). Er meint sogar, in Schopenhauers Essay  Transcendente 

Spekulation über die anscheinende Absichtlichkeit im Schicksale des Einzelnen 

                                                 

217

Jendreiek: demokratischer Roman, S.126. Vgl. hierzu auch Schleifenbaum: Gestaltanalyse, S.160 



218

Vgl. Cecil A. M. Noble: Dichter und Religion: Thomas Mann - Kafka - T. S. Eliot, Frankfurt am 

Main, New York, Paris 1987, S.47 

219


Jendreiek: demokratischer Roman, S.19 

220


Noble: Dichter, S.47f. 

221


Thomas Mann: Freud und die Zu kunft , in: M,IX,  S.478-501 


 

 

86



seien wichtige Entdeckungen und Erkenntnisse der Psychoanalyse bereits 

vorweggenommen (M,IX,487). 

Was bei Thomas Mann zu Beginn Repräsentativität war, wird später zum 

Mythischen.

222

 In dem Vortrag zu  Joseph und seine Brüder schreibt er, daß sich sein 



früherer "Geschmack an allem bloß Individuellen und Besonderen, dem Einzelfall", mit 

zunehmendem Alter zum Interesse am Typischen, das identisch mit dem Mythischen sei, 

gewandelt habe (M,XI,656). Das ist Gegensatz und Kontinuität zugleich: In 


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