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Josef Baum1

1999
Ausgewählte Beispiele der Bevölkerungs- und Wanderungsentwicklung im Waldviertel sowie Beispiele für positive grenzübergreifende Wirtschaftsaktivitäten in den 90er Jahren


Teil des Projekts "Pfade der Migration"


1.Neuere Tendenzen in der Bevölkerungs- und Wanderungsentwicklung des Waldviertels: Gesamtentwicklung, Ausländeranteil, Zweitwohnsitzer 2

2.Regionale Zielgebiete der Abwanderer aus dem Waldviertel – Herkunftsgebiete der Zuwanderer ins Waldviertel 4

3.Altersstruktur der Wanderungen aus dem und ins Waldviertel 7

4.Grenzübergreifende Bevölkerungsentwicklungen 9

5.Indikatoren zu grenzübergreifenden Arbeitsmarkt- und Lohnvergleichen 10

6.Siedlungskonzentration im Raum Waidhofen/Thaya 13

Anzahl 16

7.Historische Bevölkerungsentwicklung im Waldviertel und europäischer Vergleich 17

8.Eckpunkte der Bevölkerungsentwicklung und Abwanderung im Waldviertel nach Bezirken 20

9.Aspekte der historischen Bevölkerungsentwicklung im Raum der heutigen Gemeinden Allentsteig und Pölla 22

10.Beispiele grenzübergreifender Wirtschaftsaktivitäten nach 1989 anhand positiver Beispiele 27

11.Literaturverzeichnis: 32

12.Anhang 36

  1. Neuere Tendenzen in der Bevölkerungs- und Wanderungsentwicklung des Waldviertels: Gesamtentwicklung, Ausländeranteil, Zweitwohnsitzer


Bis vor einigen Jahren gab es an verlässlichen Quellen zur Bevölkerungs- und Wanderungsentwicklung in Österreich nur die Volkszählungsergebnisse. Wie in anderen Ländern werden nun jährlich die Einwohnerzahlen nach Gemeinden und Staatsangehörigkeit erhoben. Die erste diesbezügliche Zählung fand Ende 1995 statt, bei der sich aber noch beträchtliche Zählungsmängel zeigten. Mit den Stichtagen 31.12.96, 31. 12. 1997 und am 31. 12. 19982 wurden Zählungen durchgeführt, die zwar nicht Volkzählungsqualität haben, aber laut Statistischem Zentralamt insgesamt doch so beschaffen sind, dass Vergleiche zweckmäßig anzustellen sind. Mit den Daten der letzten Jahre können wesentliche präzise Einsichten in die Migrationsstruktur des Waldviertels gewonnen werden.


Die Einwohnerdaten vom 31. 12. 1997 besagten - verglichen mit 1991, dass sich die Bevölkerung im Waldviertel insgesamt stabilisiert hat - siehe Tabelle 17. Da die Bevölkerung im Waldviertel spätestens seit etwa 1910 - in wesentlichen Teilen schon ab 1890 - rückläufig war, wies dies 1997 auf eine sich andeutende historische Stabilisierung hin. Zwei Faktoren waren dafür ausschlaggebend:

  • Die Rückwanderung vor allem Älterer

  • Der Zuzug von Ausländern zu Beginn der 90er Jahre.

Allerdings erfolgt die Entwicklung nach wie vor sehr differenziert: Gemeinden mit stärkeren Randlagen nehmen nach wie vor oft deutlich ab.
Unter „Waldviertel“ werden hier die vier politischen Bezirke Gmünd, Horn, Waidhofen/Thaya und Zwettl verstanden – nur bei den langfristigen historischen Betrachtungen im Teil 7 wird eine breitere Definition verwendet.
In Tabelle 17 ist die Bevölkerungsentwicklung der Waldviertler Bezirke von 1991 bis 1999 angegeben. Unterschieden wird nach Ausländern und österreichischen Staatsbürgern. Ebenso wird die Zahl der Zweitwohnsitzer ausgewiesen. Weiters sind die jeweiligen Veränderungsraten berechnet:

Die gesamte Wohnbevölkerung der vier Bezirke des oberen Waldviertels blieb von 1991 bis 1999 fast gleich. Von 1991 bis 1997 war eine Zunahme von 1 % zu beobachten, von 1997 bis 1999 eine Abnahme um 1 %. Die aktuellste jährliche Rückgangrate von 1998 bis 1999 beträgt –0,5 %. Es ist abzulesen, dass zwischen 1991 und 1997 die (vergleichsweise geringe absolute) Zunahme an Ausländern die quantitative Abnahme der österreichischen Staatsbürger überkompensierte. Ab 1997 – zwischen 1991 und 1997 gibt es bezirksweise keine verlässlichen Daten – geht jedenfalls die Zahl der Ausländer im oberen Waldviertel deutlich zurück (von 1997 bis 1999 um 7 % - nicht Prozentpunkte!), einschließlich Krems beträgt der Rückgang –16 %, in Niederösterreich insgesamt ist ein geringerer Rückgang um –1,8 % zu beobachten.


Die Entwicklung der Gesamtwohnbevölkerung setzt sich aus dem Geburten/Sterbesaldo und der Nettowanderung zusammen – eine genauere Darstellung erfolgt im Abschnitt 8.

In Tabelle 1 sind die Ausländeranteile nach Bezirken in der Entwicklung von 1991 bis 1999 angegeben. Die vier Bezirke des „oberen“ Waldviertels weisen im Vergleich zum Bundesland Niederösterreich nur sehr geringe Ausländeranteile bei der Wohnbevölkerung auf. 1991 betrug der Anteil 1,6 %, 1999 2,5 %. Die Vergleichswerte für Niederösterreich insgesamt betragen für 1991 4,6 % und für 1999 6,3 %, d.h. die vier Waldviertler Bezirke liegen beim Ausländeranteil sehr weit unter dem Landesdurchschnitt. 1991 war der Ausländeranteil in Niederösterreich insgesamt 2,9 mal höher als im Waldviertel, 1999 2,5 mal höher. Das heißt, wenn gleich die Zuwachsrate beim Ausländeranteil im Waldviertel leicht über dem Landesschnitt liegt, so ist festzuhalten, dass die Steigerung von einem sehr niedrigen Niveau (1,6 %) aus erfolgte.

Nicht berücksichtigt werden hier natürlich grenzüberquerende Pendler sowie nicht legal Gemeldete, wobei die Anzahl bei letzteren im Waldviertel vergleichsweise eher geringer sein dürfte und auch keine Anzeichen für eine Zunahme bekannt sind.

Den höchsten Ausländeranteil der vier Bezirke des oberen Waldviertels weist mit 3,6 % 1999 der Bezirk Horn auf. Den niedrigsten Anteil weist der Bezirk Waidhofen mit 1,3 % (1999) auf. Wird in einer breiteren Sicht auch Krems eingeschlossen, so ist in Krems die höchste Ausländerrate mit 5,8 % (1999) zu beobachten. Dies entspricht dem allgemeinen Stadt-Landgefälle bei den Ausländeranteilen. Auch die Steigerungsrate ist in der Stadt Krems weit über dem Landesdurchschnitt gelegen.

Ab 1997 ist ein leichter Rückgang des Ausländeranteils zu beobachten.
Auch die Zweitwohnsitze könne in ihrer Entwicklung nun zeitlich überschaubarer gemacht werden. Und zwar entsprechen die „weiteren Wohnsitzfälle“ aus der Volkszählung 1991 nicht exakt den „Zweitwohnsitzen“, wie sie nun erhoben werden, doch ist jedenfalls ein grober Vergleich zulässig. Danach betrugen die „weiteren Wohnsitzfälle“ in Niederösterreich insgesamt 1991 12 % der Hauptwohnsitzer, im Waldviertel 11 %. Am 1.1.1999 betrug diese Verhältniszahl für Niederösterreich insgesamt 19 %, für das Waldviertel 23 %. Das heißt, jedenfalls, dass im Waldviertel die Steigerung der Zweitwohnsitzer zwischen 1991 und 1999 weit überdurchschnittlich war. 1991 lag die Quote der Zweitwohnsitzer im Waldviertel noch leicht unter dem Landesschnitt, 1999 war sie deutlich darüber gelegen. Wenn gleich hier im einzelnen sicher Fehlerquellen wirken, so ist dieser unterschiedliche Trend jedenfalls sehr deutlich. Die höchsten Raten an Zweitwohnsitzern weist der Bezirk Horn mit 29 % auf, den niedrigsten Wert erreicht Zwettl mit 17 % (1999).

Diese rapide Entwicklung bei den Zweitwohnsitzern hängt mit der zurückgehenden Bevölkerungszahl zusammen. Offenbar vollzieht sich die Abwanderung über den Hauptwohnsitz, Zweitwohnsitze bleiben jedoch erhalten oder es ziehen beim Verkauf von Immobilien verstärkt Zweitwohnsitzer zu.


Insgesamt ist auch folgende Sicht möglich: Werden zu den Hauptwohnsitzern auch die Zweitwohnsitzer dazugerechnet, so ist die einheimische Bevölkerungsentwicklung offenbar nicht negativ.

Wenngleich – wie angeführt - in städtischen Bezirken die Ausländerquote mit wesentlich höheren Zuwächsen gemessen in Prozentpunkten stieg, war dies für das Waldviertel für die Richtung der Bevölkerungsentwicklung in der ersten Hälfte der 90er Jahre ausschlaggebend: Ohne Ausländerzuzug hätte es eine negative Bevölkerungsentwicklung wie gehabt gegeben.

Durch die nun jährlichen Bevölkerungserhebungen kann nachgewiesen werden, dass die Entwicklung der in Österreich ansässigen Ausländer in den Waldviertler Gemeinden insgesamt durch die geänderte Asyl- und Ausländerpolitik negativ geworden ist. Dies ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass auch die Bevölkerungs­entwicklung wieder rückläufige Tendenzen aufweist.
Die Migrationsbilanz zum Ausland wurde in den letzten Jahren für das Waldviertel wieder minimal negativ. Dadurch kommen ältere fundamentale Migrationsmuster wieder deutlicher zum Vorschein.

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