Sagen und Überlieferungen



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Sagen und Überlieferungen . . . .

aus uralten Zeiten gibt es auch in Holzmaden. Einige ältere Holzmadener, die im Gewand „Ofenwiesen“ Grundstücke hatten, erinnern sich, daß die Alten bei der Arbeit in diesem Gewand die Kinder oft ganz geheimnisvoll darauf hingewiesen haben, daß, wenn man sich ruhig verhält, man den Hahn von Zipfelhausen krähen, oder die Glocken läuten hört.

Daß da, wie bei jeder Sage ein Fünkchen Wahrheit dahinter steckt, fördert die Suche nach dem Ort Zipfelhausen in den Archiven zutage. Es hat ihn wirklich gegeben. Der erste Hinweis findet sich im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. In einer Urkunde ist festgehalten, daß mit der Bewilligung von Graf Ulrich von Aichelberg ein Eberli von Schanbach 10ß Gült von Wiesen zu Zipfelhausen an den hl. Kreuzaltar der Leutkirche zu Kirchheim verkauft habe. So geschehen am 27.Mai 1317.

Am 25. Juni 1381 findet sich der nächste Eintrag. Stephan von Scharenstetten, Kirchherr zu Pfaffenhausen und Chorherr zu Wiesensteig verkauft an das Kloster Kirchheim den Hof zu Holzmaden auf dem der Wess sitzt, das Gut daselbst, auf dem Ernst sitzt, sowie die Wiesen und die Holzmark zu Zipfelhausen.

Ein dritter Eintrag findet sich am 31.Mai 1457. Heinz Müller, Ulrich Ernst, Konrad Starck und Hans Hyßlin zu Jesingen reversieren dem Kloster Kirchheim über den Erblehensbestand des dem Seelgerät gehörenden Holzes zu Zipfelhausen (Hüpfelhusen), wovon sie jährlich 31/2 lb h Zins Kirchheimer Währung zu geben haben und verpflichten sich, über das Holz, das ewig in vier Händen bleiben soll, als geschworene Schützen zu rügen. Die Rügstrafen erhält das Kloster. Zu diesem Zeitpunkt dürfte der Ort Zipfelhausen aber schon nicht mehr bestanden haben. Danach ist über den Ort auch nichts mehr in den Archiven zu finden!

Das Zinsbuch des Kirchheimer Klosters von 1492 gibt in etwa Auskunft, wo der abgegangene Ort Zipfelhausen gelegen hat. Unter Holzmaden steht da zu lesen „6 Morgen Holz, oben an der Grenze zu Zell, unten an das Hüpfelhuser Holz stoßend.

Und unter Jesingen steht, „eine Wiese zu Hüpfelhusen stoßt an den Bunzenberg, eine Wiese zu Hüpfelhusen stoßt an die Heiligenwiese zu Amda (Ohmden). Bei den Hölzern (Wäldern) des Klosters wird genannt, “ein Holz zu Zipfelhausen, stoßt auf der einen Seite an den Buschör zu Aichelberg, auf der anderen an die Gemeinde Holzmaden, an der dritten an Ofen von Amden und auf der vierten an das Bauernseelein von Holzmaden.“

Der Ort lag damit wahrscheinlich am Fuß des Bunzenbergs, am Zusammenfluß des Zeller und Aichelberger Bachs. Das Holz zu Zipfelhausen , das später dem Kirchheimer Frauenkloster gehörte, ist das heutige Frauenholz, auch der Gewandname „Ofenwiesen“ ist bis heute erhalten. Das Holzmadener Bauernseelein muss man wohl im Gewand „Süßenlau“ suchen. „Süßen“ kommt nicht von süß, sondern vom althochdeutschen Wort Siaza (Weideland, Grundbesitz) und Lau bedeutet Wasser, also Weideland oder Grundbesitz am Wasser. Schaut man sich das Gelände im Süßenlau an, so kann man noch heute den Einschnitt des Seebeckens und den Zulauf des von Aichelberg kommenden Bachlaufes erkennen. Auch die Wiesen beim Bach sind bis heute sumpfig und nass.

Der Ort Zipfelhausen ist höchstwahrscheinlich mit der Ansiedlung der Grafen von Aichelberg und ihrer Dienstmannen um 1200 gegründet worden. Wahrscheinlich muß man sich auch die abgegangene Wibelsburg, von der keine Reste gefunden wurden (vermutlich eine Flachburg oder ein befestigter Hof) in diesem Bereich denken (vielleicht auf dem Hochplateau des Bunzenbergs). Die Besitzer waren wohl Vasallen der Aichelberger Grafen, deren Leibeigene die Ortschaft Zipfelhausen bildeten. Ganz abgegangen ist die Ortschaft vermutlich um 1350, nachdem die Aichelberger Grafen ihren Besitz in unserer Gegend 1334 an die Grafen von Württemberg und das Kloster Adelberg verkauft hatten. Die Pestepidemie 1347 bis 1350 hat sicher das Übrige getan. Viele Ortschaften sind damals einfach von der Landkarte verschwunden.

Der Stern auf der Karte zeigt den mutmaßlichen Standort von Zipfelhausen.



Helmut Fischer / Gert Hauschild

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