Radfahren ist Teil eines modernen Lebensstils. Aber warum lohnt sich für Kommunen und Landkreise die Förderung des Radverkehrs? Reinhard Molt



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Sana19.04.2017
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Interview

Der Vorstand der AGFK-BW erklärt, warum sich eine Mitgliedschaft im Netzwerk fürs Rad auszahlt. Im Interview:


Reinhard Molt, Bürgermeister von Filderstadt,

Michael Obert, Bürgermeister von Karlsruhe,

Günter Riemer, Bürgermeister von Kirchheim unter Teck,

Beatrice Soltys, Bürgermeisterin von Fellbach und



Dr. Michael Wilke, Bürgermeister von Lörrach.
Radfahren ist Teil eines modernen Lebensstils. Aber warum lohnt sich für Kommunen und Landkreise die Förderung des Radverkehrs?
Reinhard Molt: Grundsätzlich gilt: Investitionen in die Infrastruktur des Radverkehrs sind günstiger als die Investitionen in den motorisierten Individualverkehr. Deshalb lohnt es sich doppelt, dass Kommunen und Landkreise den Radverkehr fördern.
Michael Obert: Radverkehr ist unverzichtbarer Bestand moderner Mobilität und für jede Kommune ein harter Standortfaktor. Ohne hohen Radverkehrsanteil ist Mobilität im verdichteten Raum gar nicht mehr möglich.
Beatrice Soltys: Eine Stärkung des Radverkehrs hilft, Probleme des dominierenden Kfz-Verkehrs zu verringern, seien es Platzprobleme, z.B. beim Parken, oder die negativen Auswirkungen von Abgasen, -  insgesamt trägt dies also zur Steigerung der Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums bei.
Dr. Michael Wilke: Viele Kommunen haben das Ziel klimaneutrale Kommune zu werden und wollen daher den CO2-Ausstoß stark reduzieren. Hierfür ist ein Ausbau des Radverkehrs unverzichtbar. Und nicht zuletzt: Fahrradfahren ist gesund und macht Spaß.

Die AGFK-BW ist ein Netzwerk mit aktuell 39 Mitgliedern. Welchen Mehrwert bietet die AGFK-BW ihren Mitgliedern?
Reinhard Molt: In vielerlei Hinsicht betritt man mit der Förderung von Radverkehr Neuland. Hier ist der Austausch zwischen den Akteuren gut und förderlich, um Argumentationshilfen gegenüber den traditionellen Verkehrsarten und Gremien zu bekommen. Weitere wichtige Bausteine der AGFK- Arbeit sind Fortbildungsangebote und die Produktion von Informationsmaterialien sowie Marketingmaßnahmen. Gerade die Kommunikations-arbeit, das heißt das Marketing für die Fahrradnutzung, ist von enormer Bedeutung.
Beatrice Soltys: Im Zusammenschluss ist mehr politisches Gewicht beim Einbringen fahrradbezogener Forderungen möglich. Aus meiner Sicht also insgesamt in jedem Fall eine lohnende Kooperation.

Welche Voraussetzungen müssen Städte, Gemeinden und Landkreise erfüllen um Mitglied in der AGFK-BW zu werden?
Dr. Michael Wilke: Die Bewerber müssen sich zu einer nachhaltigen Förderung des Radverkehrs bekennen. Der erste Schritt hierfür ist der Beschluss des zuständigen politischen Gremiums, der AGFK-BW beitreten zu wollen und darauf hinzuwirken, die erforderlichen Voraussetzungen für die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Stadt“, „Fahrradfreundliche Gemeinde“ oder „Fahrradfreundlicher Landkreis“ zu erfüllen. Eine wesentliche Voraussetzung ist unter anderem einen festen Ansprechpartner für alle Belange des Radverkehrs zu benennen. Auch sollten die Bewerber bereit sein, sich aktiv bei Mitgliederversammlungen, Facharbeiterkreisen und thematischen Arbeitsgruppen einzubringen.
Beatrice Soltys: Nicht zuletzt ist ein finanzieller Beitrag nötig, der sich nach der Größe der Kommune richtet. Mit Hilfe dieser Mitgliedsbeiträge sowie verschiedener Fördermittel wird die Arbeit der AGFK-BW finanziert.

Wann ist eine Kommune denn fahrradfreundlich?
Reinhard Molt: Eine Kommune ist dann fahrradfreundlich, wenn für den radfahrenden Bürger erkennbar wird, dass das Radfahren von allen Seiten erleichtert wird und, sehr wichtig, auch Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Thema Radverkehrsförderung betrieben wird. Dieses neue Bewusstsein gilt es zu schärfen.
Dr. Michael Wilke: Damit sich eine Kommune fahrradfreundlich nennen kann, sollte sie die Radverkehrsförderung in all ihren Arbeitsbereichen verankern. Neben den Investitionen in die Infrastruktur sollte auch durch begleitenden Aktionen und Projekte ein fahrradfreundliches Klima in der Kommune geschaffen werden.
Günter Riemer: Wenn das Angebot so gut ist, dass die Nutzung des Fahrrads selbstverständlich ist.
Beatrice Soltys: Um eine qualitative Aussage über die Fahrradfreundlichkeit der Kommune treffen zu können, kann man sich vom Land BW als fahrradfreundliche Kommune zertifizieren lassen. Dazu bewertet eine Kommission verschiedene Bereiche wie politische Schwerpunktsetzung, Infrastruktur, Verknüpfung des Radverkehrs mit dem ÖPNV und anderes.

Zum Abschluss: Wer ist denn Ihr neues Wunschmitglied in der AGFK-BW und warum?
Reinhard Molt: Mein neues Wunschmitglied ist die Gemeinde Remshalden, da ich bis Mai 2012 in Remshalden verantwortlich für das Planen und Bauen in dieser Kommune war.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Remshalden das 40. AGFK-Mitglied werden würde.


Günter Riemer: Reutlingen, eine Großstadt mit über 100.000 Einwohnern
Beatrice Soltys: Wenn man sich die Verteilung der Mitglieds-Kommunen über das Land anschaut, fällt auf, dass die Bereiche Hohenlohe, Schwäbische Alb und auch der Schwarzwald noch recht gering vertreten sind. Von daher wäre es schön, wenn sich eine Kommune aus diesen Gegenden der AGFK-BW anschließen würde.
Michael Obert: Ein Landkreis wäre vielleicht nicht schlecht, da haben wir noch Nachholbedarf. Willkommen ist aber natürlich jeder, der sich für die Radverkehrsförderung einsetzt.
Dr. Michael Wilke: Ich wünsche mir, dass noch zahlreiche Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg der AGFK-BW beitreten. Je mehr Mitglieder die AGFK-BW hat desto besser kann sie Belange des Radverkehrs gegenüber dem Land und dem Bund vertreten.




Kontakt:

Pressebüro
Arbeitsgemeinschaft Fahr-radfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V.

c/o fairkehr GmbH


Telefon (0228) 985 85-44


Telefax (0228) 985 85-50

presse@agfk-bw.de


www.agfk-bw.de

Fürs Rad. Vor Ort.




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