Arbeitskreis Schule und Museum Keith Haring



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Arbeitskreis Schule und Museum

Keith Haring
Infos aus dem Buch „Haring“ von Alexandra Kolassa, Taschen Verlag

  • 16.02.1990: starb an AIDS mit 31 Jahren




  • war zu Lebzeiten bereits berühmt, von anderen Künstlern anerkannt, von Kindern geliebt




  • Künstlerisches Markenzeichen: die Linie

    • Umrandung

    • Figur

    • Symbol



  • Ein kurzer Blick genügt, um zu erkennen, was dargestellt wird

    • Bildsprache



  • verwendete viele verschiedene Oberflächen um darauf zu malen

    • Wände, Kleidung, Autos, Flugzeuge, Papier, Leinwand, unbehandelte Baumwolle, Vinyl, Coca-Cola-Schild

    • Müllcontainer, weggeschmissene Tür im Müll



  • fertigte vorher keine Skizzen/Studien für seine Werke an

    • Spontanität

    • Auch bei grossen Wandgemälden zeichnete er nichts vor!!!



  • war ein gelernter Künstler

    • Ivy School of Professional Art, Pittsburg (abgebrochen)

    • School of Visual Arts (SVA) New York



  • brach mit Regeln

  • Statt in Galerien auszustellen malte er lieber auf leere Werbetafeln und Wänden der Subway-Stationen in New York

    • kam dort in Berührung mit der Graffiti-Szene



  • wurde für viele Amerikaner zum Symbol der 1980er




  • Manche seiner Werke bestehen nur aus ein paar Strichen, bei anderen ist die komplette Leinwand bedeckt




  • Seine Werke beinhalten die Themen Liebe, Glück, Sex, aber auch Gewalt, Missbrauch und Unterdrückung

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  • 4. Mai 1958, geboren in Reading, Pennsylvania



  • aufgewachsen in Kutztown, Pennsylvania



  • ältestes von vier Kindern, der einzige Junge



  • zeichnete zusammmen mit seinem Vater Allen

    • Sein Vater zeichnete Comicfiguren für ihn



  • Vater: Abteilungsleiter bei AT&T, einer Elektronikfirma; Mutter: Hausfrau



  • TV war ein wichtiges Infromationsmedium für Haring

    • Er lernte alles über wichtige Geschehnisse, wie den Vietnamkrieg oder die Mondlandung



  • Als Teenager experimentierte er mit Drogen und Alkohol



  • Als er in einem Museum Werke von Andy Warhol sah, beschloss er, Künstler zu werden



  • 1976: fertig mit High School



  • Ivy School of Professional Art, Pittsburg

    • Kurs in Werbegrafik, gefällt ihm nicht,

    • verlässt die Schule



  • schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch



  • Seine erste Ausstellung hatte er in der Cafeteria einer Chemiefirma, wo er als Koch-Assistent arbeitete



  • sehr an Kunst interessiert

  • Als er 1977 eine Ausstellung der Werke von Pierre Alechinsky besuchte, fühlte er sich bestätigt und begann seine künstlerische Karriere weiter zu verfolgen



  • experimentierte mit verschiedenen Formaten und anderen grafischen Techniken



  • Juli 1978 (er ist erst 19): kleine Ausstellung von Zeichnungen und Gemälden in Pittsburgh Arts & Crafts Center



  • Er sah sich eingeengt in Pittsburgh, weshalb er beschloss, seine gewohnte Umgebung zu verlassen und nach New York zu ziehen, um dort neue Impulse zu empfangen



  • Sein Ziel war es, Kunst für so viele Menschen wie möglich zugänglich zu machen

    • Er wollte, dass Betrachter möglichst viele verschiedene Ideen zu seinen Kunstwerken haben, ohne eine endgültige Bedeutung



  • Haring glaubte immer daran, dass Kunst die Welt verändern kann, dass Kunst positiven Einfluss auf Menschen haben kann

    • Er sah sich als Mittelsmann zwischen der Welt der Kunst und den Strassen von New York (und den Strassenkindern)



  • Zu dieser Zeit bekannte er sich auch offen zu seiner Homosexualität



  • Er ließ die Dinge einfach passieren

    • Für seine Werke fertigte er nie vorher Skizzen an, auch nicht für riesige Wandgemälde



  • School of Visual Arts (SVA) New York

  • Als Student experimentierte er mit Videos, Installationen und Collagen (inspiriert von Jenny Holzer, William S. Burroughs, Brion Gysin)



  • Tagsüber war er an der Uni, in Galerien und Museen; nachts hielt er sich in Bars und Clubs der Schwulenszene auf



  • Sexualität begann immer mehr in seine Zeichnungen mit einzufließen



  • Organisatur und Kurator von ungewöhnlichen Ausstellungen des ‚Club 75’

    • meist nur eine Nacht



  • 1980: kreierte ein Kunstwerk, das für die breite Öffentlichkeit bestimmt war

    • Sprühte ‚Clones go home’ (mit Schablone) auf Wände und Gehwege zwischen West und East Village in New York



  • Collagen mit Zeitungsüberschriften ‚Pope killed for freed hostage’ (Papst starb für befreite Geisel)

    • machte Kopien und veteilte sie in East Village



  • 1980: zeichnete wieder

    • mit Sumi Tinte auf Papier

    • zeichnete seine erste Serie



  • Zum ersten Mal taucht die „Strahlungsenergie“ (radiant energy) in seinen Zeichnungen auf

    • Diese Energie kam zuerst von einem UFO und verlieh denen, die von der Energie getroffen wurden Superkräfte

    • Alles was die Strahlen berührt, strahlt  Strahlenring (radiant halo)

    • Es handelt sich nicht um Radioaktivität, sondern um eine bestehende Kraft und Energie



  • Er sagt selbst über seine Kunst: ‚In allen meinen Werken gibt es Inhalte, die offensichtlich sind und eine bestimmte oder generelle Idee kommunizieren, die Leute verstehen. Oftmals ist der Inhalt der Werke mehrdeutig genug, um von jedem interpretiert werden zu können …’ (1990) (S.18)



  • fängt an, bildhafte Elemente zu verwenden

    • Anfang der kultigen Bild-Sprache: konkrete, visuelle Kommunikation durch (non-verbale) Symbole



  • Haring beschäftigte sich mit Kommunikation, mehr als alles andere



  • Wintersemester 1980: belegt keine weiteren Kurse an SVA

    • fand, dass es nichts mehr gab, was er dort lernen konnte

    • würde keinen Uni-Abschluss bekommen

    • Uni-Abschluss wurde ihm 2000 nach dem Tod verliehen



  • arbeitete wieder in verschiedenen Jobs



  • organisierte verschiedene Gruppen-Ausstellungen im ‚Club 57’ und ‚Mudd Club’

  • Ausstellungen in ‚Westbeth Painter Space’, ‚Club 57’, ‚Hal Bromm Gallery’, ‚P.S. 122’.



  • Winter 1980: Haring arbeitete weiter künstlerisch in den Straßen New Yorks

    • hinterließ seine ‚tags’ auf Werbepostern (ähnlich Graffitikünstlern), wie Unterschrift

    • Als er das erste Mal nach New York kam, war er fasziniert von den Graffiti die er dort sah

    • Als persönliche Unterschrift wählte er ein Tier, das immer mehr einem Hund ähnelte – ein bellender Hund mit einer eckigen Schnauze.

    • Zusätzlich schuf er eine menschliche Figur, auf allen Vieren, die sich zum Prototyp des krabbelnden Babys entwickelte:
      „Der Grund, warum das ‚Baby’ zu meinem Logo, meiner Unterschrift wurde ist, dass es die reinste und positivste Erfahrung menschlicher Existenz ist.“ (S.19)

    • Seine ‚tags’ zeichnete er teilweise in Serien, in verschiedenen Kombinationen mit verschiedenen Bedeutungen. Er platzierte seine ‚tags’ genau dort, wo andere Graffitikünstler bereits ihre ‚tags’ platziert hatten. Damit suchte er nicht nur den Kontakt mit den Graffitikünstlern, sondern auch deren Anerkennung

    • Haring arbeitete nie mit Sprayfarbe

    • Andere begannen ihn zu kopieren, was er mit Humor nahm, indem er die Kopien korrigierte/kommentierte (S.19 o.)



  • Juni 1980: Time Square Show

    • seine erste Ausstellung, bei der seine Werke mit denen anderer Künstler verglichen werden konnten

    • traf die bekanntesten Graffitikünstler



  • begann mit Kreide auf das schwarze Papier, das unbenutzte Werbetafeln in Subways bedeckte, zu zeichnen

    • wollte nicht direkt auf Züge zeichnen

    • wurde mehrmals von der Polizei erwischt; bekam über 100 Strafzettel; einmal wurde er sogar festgenommen

    • ‚…’ (S.23)

    • Seine Vorgehensweise war immer dieselbe: zuerst malte er einen Rahmen, dann das Bild selbst

    • Diese Bilder unterschrieb er nie!!

    • Seine Motive waren Variationen des UFO-Themas, sein Hund, seine Linienfiguren

    • Es passierte selten, dass jemand seine Bilder übermalte oder beschädigte

    • Haring passte alle Motive den verschiedenen Formaten an
      (z.B. Hochformate: mehrere Figuren übereinander mit herausgestreckten Armen – menschliche Pyramide  vom Tanz ‘Electric Boogie’)

    • schnitt seine Figuren auf das Publikum zu: einfach, bildhaft, schnell aufzufassen

    • Manchmal bezog sich der Inhalt seiner Bilder auf Werbetafeln daneben
       grössere Aufmerksamkeit

    • Seine Bilder enthalten alle eine Nachricht

    • Seine Subway-Bilder fanden Gefallen und als er größere Berühmtheit erlangte wurden viele dieser Bilder von Passanten abmontiert und verkauft



  • Durch seine Figuren kam er ins Gespräch mit vielen Leuten

    • Verbindung zur externen Welt



  • Auf Anfragen von verschiedenen Leuten fertigte er Buttons mit seinen ‚tags’ an



  • machte erstmals Geld mit dem Verkauf seiner Bilder



  • suchte nach einer Galerie, die seine Bilder verkaufen konnte, da ihm nun die Zeit dafür fehlte



  • 1982: Tony Shafrazi wurde sein New York-Händler



  • Oktober 1982: erste große Einzelausstellung

    • großformatige Bilder

    • In Vorbereitung auf die Ausstellung fand er Gefallen an Vinyl-Planen als Malfläche: erhältlich in allen Größen und Farben, einfach aufzuhängen, einfach zu transportieren

    • wollte nicht auf Leinwand malen: dachte er würde sich nicht frei fühlen, wenn er auf Leinwand arbeitet

    • malte direkt auf Wand

    • Bei allen Bildern malte er zuerst einen Rahmen und dann den Inhalt mit einfachen Strichen

    • auf Vinyl-Plane: polychrome Farben, minimalistische Palette, Unterschied zwischen Umrandung und Füllfarbe

    • Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Sol LeWitt, Richard Serra, Francesco Clemente waren anwesend bei der Ausstellungseröffnung

    • Haring erlangte große Berühmtheit



  • Harings Gesicht mit drei Augen:

    • Er wollte zweiäugiges Cartoon-Gesicht auf eine Wand malen. Als er ein Auge gemalt hatte merkte er, dass es zu weit von der Mitte entfernt war. Nachdem es schon auf die Wand gemalt war, blieb ihm nichts anderes übrig, als ein drittes Auge hinzuzufügen.

    • Als er es später wieder malte, dachten alle es wäre Absicht (S.27u)



  • Figur mit Loch im Bauch, durch das Hunde durchspringen (S.33)

    • bezieht sich auf ein bestimmtes Geschehnis: Mord an John Lennon 1980



  • verwendete fluoreszierende Farbe (leuchtet wenn angestrahlt mit ultraviolettem Licht) für Wandgemälde und Skulpturen



  • Skulpturen: angemalt mit fluoreszierender Farbe und dann bemalt mit Figuren und Zeichen (S.31)



  • Europäische Institutionen zeigten Interesse an Harings Bildern

    • wurde eingeladen vom holländischen Kulturbüro und reiste nach Rotterdam

    • 7. Dokumenta Ausstellung in Kassel: zwei grossformatige Bilder (Vinyl-Plane)

    • Besuche in Niederlande, Belgien, Deutschland, Grossbritannien, Japan, Italien

    • wurde weltweit bekannt



  • Lebenspartner: Juan Dubose (afroamerikanischer DJ)



  • 1984: ‚Party of Life’

    • Madonna singt

    • 3000 Gäste




  • grafischer Stil: Flächen mit leuchtender Farbe, umrandet mit dicken, schwarzen Konturen




  • Lieblingsfarben: Rot, Blau, Gelb, Grün  ungemischt, keine Glanzlichter, keine Schatten!




  • Motive: aus Harings Umgebung




  • Variierende Kompositionen

    • Manchmal dominiert eine Einzelfigur

    • Manchmal dominieren viele Dinge zugleich

    • Geschichten oder Stimmungen, oft keine spezielle Nachricht




  • erscheint als kindliche Ikonographie



  • Parallelen zu Walt Disneys Figuren  aber: Harings Figuren sind nicht immer kingerecht!



  • Poster mit Anti-Atom-Slogans  verteilte sie bei Demos



  • Haring war sich bewusst, dass seine Bilder teilweise absurd waren




  • Tanz und Musik waren wichtige Komponenten seiner Kreativitat

    • hörte Hiphop-Musik während der Arbeit in seinem Studio

    • besuchte Clubs (samstags: „Paradise Garage“, Lieblingsclub)

    • Bilder reflektieren die Stimmung von Hiphop, Breakdance, Electric Boogie

    • Interesse an Capoeira (afro-brasilianische Kampfkunst), durch mehrere Reisen nach Brasilien  Skulpturen (S.45)




  • dreidimensionale Arbeiten: Skulpturen

    • Experimentieren mit verschiedenen Materialien

    • angemalt in strahlenden Farben



  • erste Ausstellung mit Skulpturen, Leo Castelli Gallery (1985)

    • bemalte die Wände der Galerie mit seinen Comicfiguren



  • großformatige Skulpturen, angefertigt nach kleinen Modellen  Galerie Hans Mayer, Düsseldorf (1988)

    • Riesige Figuren, Skulpturenausstellung in Münster




  • Als Künstler übersprang Haring die Museen- und Galerien-Phase und wandte sich direkt und öffentlich an die breite Masse

    • Er war Erfinder, Aktivist und Manager zugleich

    • Er wusste, wie er sich selbst zu vermarkten hatte

    • Er sah die Vermarktung seiner Werke als wichtigen Teil seiner Kunst, als Fortschreibung des 20. Jahrhunderts

    • Er erklärte seine Kunst zur handelbaren Massenware  dadurch wurde seine ikonische Sprache in der Alltagskultur aufgegriffen

    • 1983, da war er 25: erste unautorisierte Kopien seiner Arbeit erschienen in Form von Postern und T-Shirts




  • 1986, da war er 28: Eröffnung von Harings Pop Shop (S.46) in Manhattan

    • verkaufte seine eigenen Designs und die einiger Künstlerfreunde

    • vermarketete seinen Namen als unabhängige Marke, ohne dass seine Kunst dabei an Wert verlor

    • sah es als zusätzliche Form einer künstlerischen Aussage

    • mit dem Ziel, seine Kunst einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen




  • wusste, dass die Grenze zwischen Kunst und Handel sehr schmal war



  • Egal was Haring produzierte, es wurde verteilt, vermarktet und imitiert – weltweit



  • Sein Vorbild für künstlerisches Selbstmarketing war Andy Warhol („Factory“, wo er seine Kunst verkaufte)

    • wollte nicht nur von Galerien repräsentiert werden, sondern wollte auch als sein eigener Händler fungieren – auch um seine Glaubwürdigkeit als Künstler und als Straßenkünstler aufrecht zu erhalten

    • Unterschied zwischen Haring und Warhol: Haring wollte mit seinem „Pop Shop“ kein Geld machen (er spendete einen Großteil seines Gewinns)

    • Haring und Warhol trafen sich erstmals 1983 bei der Eröffnung einer Ausstellung von Haring in der „Fun Gallery“ in New Xork
       Warhol war bereits Mitglied der New Yorker Gesellschaftselite und fungierte als eine Art Seismograph der Gesellschaft: Was ihn interessierte, wurde auch interessant für alle anderen

    • Freundschaft zwischen Warhol und Haring: gegenseitiger Respekt und künstlerische Interaktion
       besuchten sich gegenseitig in ihren Studios und arbeiteten zusammen an Projekten

    • Haring profitierte von der Erfahrung und den Kontakten Warhols
       im Gegenzug dazu machte Haring Warhol mit den jüngeren Künstlern der alternativen Szene bekannt, die Warhol daraufhin als Inspirationsquelle nutzten



  • Warhol tauchte einige Male in den Arbeiten von Haring auf

    • 1985: „Andy Mouse“-Figuren (basieren auf Mickey Mouse), enthalten Merkmale Warhols (S.52,53)




  • Haring trifft Grace Jones und engagierte sie als Modell für Bodypainting (Körperbemalung)

    • sah in ihrem Körper die perfekte Kombination von „primitiv“ und „pop“.

    • Ein Freund Harings, David Spada (Schmuckdesigner), designte einen Rock und eine Krone, die mit Harings Motiven bemalt wurden (S.55)



  • 22. Februar 1987 (Haring ist 29): Andy Warhol stirbt nach einer Operation

    • Haring hörte vom Tod seines Freundes übers Telefon, da er sich zu dieser Zeit in Brasilien aufhielt



  • Haring genoß den Kontakt zu Kindern

    • In Bildern speziell für Kinder fand er wieder zum Comicstil seiner Jugend zurück (S.47)




  • Obwohl Haring nicht als Maler für Kinder gesehen werden kann, unterstützte er Kinder in vielerlei Hinsicht

    • Zeichenkurse für Kinder in Schulen und Museen in New York, Amsterdam, London, Tokyo, Bordeaux

    • gestaltete Motive für Alphabetisierungs-Kampagnen in Deutschland und in den USA

    • Viele seiner öffentlichen Wandgemälde waren für und mit Kindern gestaltet

    • 100-Jahr-Feier der Freiheitsstatue in New York (1986):
      Haring malte ein riesiges Porträt mit den Umrissen der Statue, welches dann von tausenden von Kindern ausgemalt wurde.
      Das Banner wurde an einem Gebäude aufgehängt und bedeckte mehr als 10 Stockwerke (S.54)

    • gestaltete und bemalte Wände und ein Karussell für den fahrbaren Jahrmarkt Luna Luna in Hamburg

    • Nachdem er immer von Kindern umgeben war, wenn er in der Öffentlichkeit arbeitete, hatte er immer Aufkleber, Anstecker und Malbücher dabei, die er kostenlos an seine kleinen Fans verteilte




  • Harings Werke scheinen fröhlich und optimistisch, seine Themen sind allerdings alles andere als fröhlich und optimistisch

    • Er verbindet Fröhlichkeit und Freiheit oft mit brutaler Realität

    • Viele seiner Werke beschäftigen sich mit Gewalt, Bedrohung, Tod und sexueller Unterdrückung

    • Den dunklen Aspekt seiner Werke nimmt man erst wahr, wenn man näher hinschaut

    • Szenen enthalten Monster, Skelette, Schlangen und Dämonen, aber auch Verwandlung – sowohl im körperlichen als auch sexuellen Sinn.
      Dies lässt die Bilder furchterregend wirken.



  • In Harings Bildern hat das Thema Sexualität fast immer eine bedrohliche, gewalttätige und besessene Gestalt

    • Oft verwandeln sich diese gewalttätigen Szenen in das Gegenteil

    • Der Brutalität von Tiersex und grenzenloser Gewalt wird oftmals der Anschein von etwas Angenehmem gegeben




  • ein Leitmotiv: sexuelle Selbstbestimmung

    • verwendet negative Beispiele

    • Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Kastration




  • fügt oftmals christliche Motive hinzu

    • Bühnenbild für Ballettproduktion in Marseilles, France („Die Hochzeit von Himmel und Hölle“, S.63) - zentraler Moment der Hochzeit: Hand, die den Ring empfängt, formt das Zeichen des Teufels

    • „Untitled“ (1985, S.66/67): Die Religion, als Geisel dargestellt, wird mit gespaltener Zunge und als geiziges Wesen porträtiert

    • „Moses and the burning bush“ (1985, S.68/69): biblisches Thema, brennender Busch als Symbol für die Verkündigung

    • „Gil’s dream“ (1989, S.60): zentrale Figur des gekreuzigten Christus (Umrandung mit wenigen Strichen), verbindet sich mit den Konturen des Kreuzes

    • Obwohl Haring religiöse Symbole verwendete, sollte er nicht als christlicher Künstler im traditionellen Sinn verstanden werden

    • Der Einbezug christlicher Symbole kann als zynisch angesehen werden



  • Ungewönliches Werk: „Untitled (Painting for Francesca Alinovi)“, 1984

    • Alinovi war eine der ersten Kritikerinnen in Europa, die über Haring schrieb

    • ungewöhnliche Technik: doppelte Kontur in Rot und Schwarz, in variierender Breite, mit unregelmäßger Kante

    • miteinander verbundene Figuren, mit Hieroglyphen gefüllt, in Weiß, Gelb und Schwarz

    • in der Mitte: Hand, die ein Messer hält, umgeben von Monstern und Dämonen




  • „Michael Stewart – USA for Africa“ (1985, S.72/73)

    • offene Kritik an den sozialen Bedingungen der Zeit

    • politischer Missbrauch in seinem eigenen Land




  • Apartheid/Rassentrennung in Südafrika ist zentrales Thema einiger Werke Harings (weishaupt: S.24)

    • Protestbilder

    • offenkundiger Abstand zwischen der dominanten weißen Rasse und der schwarzen Mehrheit

    • strahlend

    • direkte Aufforderung, sich gegen die bestehende Opposition aufzulehnen



  • Drogenmissbrauch ebenfalls als zentrales Thema

    • Haring nahm persönlichen Standpunkt ein: Kampagnen, Wandgemälde, Poster

    • beobachtete die Drogenkultur der 1980er

    • großes Wandgemälde neben einer Autobahn mit dem Schriftzug „Crack is Wack“

    • Poster, die er größtenteils kostenlos verteilte (S.70/71)

    • Drogenmissbrauch forderte auch Opfer in seiner persönlichen Umgebung:
      Jean-Michel Basquiat starb an einer Überdosis Heroin (Sommer 1988)

    • Haring errichtete ein künstlerisches Denkmal: „A Pile of Crowns for Jean-Michel Basquiat“ (S.80) [und S.33, weishaupt]
       Dreieck: Warntafel, in der Mittel: Haufen mit Kronen
       Haring drückte seine Wertschätzung für seinen Freund durch das Symbol der Krone mit drei Zacken aus, die persönliche Signatur von Jean-Michel Basquiat



  • Mitte der 1980er wurde das Thema AIDS immer etablierter im öffentlichen Bewusstsein

    • Sex war nicht länger sicher und ein physisches Bedürfnis, das mit immer wechselnden Partnern zelebriert wurde, konnte jetzt tödlich sein

    • Freunde und Bekannte Harings starben an AIDS

    • Er war sich der Gefahr bewusst, selbst Opfer dieser Krankheit zu werden: „Das Leben ist so zerbrechlich. Eine sehr feine Linie trennt es vom Tod. Ich merke, dass ich auf dieser Linie gehe.“ (S.71)
      Haring praktizierte nun nur noch safer sex.

    • Großformatiges Bild „AIDS“ (1985, S.74): im Zentrum ein todbringendes Monster, das mit einem roten Kreuz versehen ist



  • Serie von Zeichnungen (24. April, 1988), rote und schwarze Sumi-Tinte auf Papier

    • Virus wird als Spermie mit Hörnern dargestellt

    • zeigt die möglichen Ursachen einer Infektion: Spritzen, die von Drogenabhängigen benutzt wurden; ungeschützter Sex;

    • Der Ausbruch der Krankeit wird mit der Teufels-Spermie, die aus dem Ei schlüpft symbolisiert  an einer Person festgebunden!

    • Im Gegensatz zu anderen Bildern wird der Rahmen der Bilder an verschiedenen Stellen von den Hörnern durchbrochen

    • Zeichnung links unten [weishaupt S.35]: calligrafisch anmutendes Porträt der Spermie



  • Haring konfrontiert die abstrakte Vorstellung des Todes mit einer erstaunlichen Gleichgültigkeit und Selbstsicherheit

    • Das ändert sich nach seiner eigenen Diagnose

    • Seine Bilder nehmen an Schärfe und Tiefe zu

    • visualisierte seine Überzeugung er werde weiter leben, nicht in seinem Körper - bereits zum Tode verurteilt - sondern in seiner Kunst

    • Haring weiß, seine Kunst wird ihn überleben und immer noch erstrahlen, wenn er nicht mehr ist



  • Nachdem Haring als HIV-positiv diagnostiziert wurde, änderte er seinen Lebensstil

    • Er achtete mehr auf seine Gesundheit und gewährte Sex geringere Wichtigkeit

    • Er richtete seine schwindende Energie auf Menschen, mit denen er reden konnte, Menschen die ihn intellektuell herausforderten

    • Zur selben Zeit trennte er sich von seinem Freund und Geliebten Juan Rivera

    • Er suchte nun die platonische Freundschaft zu Gil Vazquez, der zu seinem letzten, vertrauten Begleiter wurde




  • In den letzten Jahren seines Lebens bereicherte Haring seine Kunst mit einer zusätzlichen Komplexität

    • „Apocalypse“ (1988): Portfolio mit zehn Siebdrucken mit Begleittext des Schriftstellers William S. Burroughs

    • 1989: Serie von 15 Radierungen, die ein Kapitel in Burroughs Roman „The Western Lands“ illustrieren


  • öffnete und schloss einen zweiten „Pop Shop“ in Tokyo




  • stellte große Skulpturen unter freiem Himmel in Düsseldorf her



  • bereitete seine Ausstellung, die alle zwei Jahre in Tony Shafrazis Galerie stattfand, vor. Dies sollte seine Letzte werden.

    • stellte alles vor, das er bislang erreicht hatte




  • Der Verlust von Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Juan Dubose und vielen anderen engen Freunden, sowie seine eigene AIDS-Diagnose bedeuten, dass dies eine Zeit war, die von Umbrüchen gekennzeichnet war

  • experimentierte mit Farbe, die er dick auf unbehandelte Leinwand auftrug
     dadurch lief die Farbe an den Rändern hinunter und ließ weiße Leinwand sichtbar



  • Harings Werke wurden in Europa gesammelt, lange bevor der amerikanische Markt reagierte



  • Seine letzte öffentliche Arbeit war der Auftrag, die Außenwand der Kirche von Sant’Antonio in Pisa in Italien zu bemalen (1989): Wandgemälde „Tuttomondo“ (S.90)



  • gründete die gemeinnützige Keith-Haring-Stiftung, die Organisationen unterstützt, die Kindern helfen und AIDS bekämpfen



  • sein letztes im Studio gemaltes Bild: datiert November 1989,




  • Haring starb am 16. Februar 1990 in New York mit 31 Jahren

© Arbeitskreis Schule und Museum, 2009 Christiane Döring





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