Karen-Henrike Berg Buddenbrooks. Doc


IV.2. A usblick: Schopenhauerscher Fatalismus im Frühwerk



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IV.2. A

usblick: Schopenhauerscher Fatalismus im Frühwerk  

          als Vorstufe des Mythischen im Spätwerk Thomas Manns? 

                                                 

210

Fiebig: Beziehungen, S.85 




 

 

84



In der Thomas-Mann-Forschung herrscht eine große Begriffsverwirrung der beiden 

Termini 'Mythos' und 'Mythologie'.

211

 Oft werden beide sogar gleichgesetzt. Bereits ein 



Blick ins Lexikon oder in die einschlägige Fachliteratur zeigt, daß schon der Begriff 

'Mythos' ganz verschieden verstanden wird. Da Thomas Mann verschiedenste Mythos-

Konzeptionen rezipiert hat,

212


 wäre eine klare Definition umso dringender erforderlich. 

Um zu dieser Verwirrung nicht noch beizutragen, wird im Folgenden unterschieden 

zwischen 'Mythos' und 'Mythologie', wobei die Mythos-Definition Thomas Manns 

übernommen wird, die er 1942 in seinem Vortrag zu Joseph und seine Brüder gegeben 

hat

213


: Das Mythische, sagt er dort, sei "das Typische, Immer-Menschliche, Immer-

Wiederkehrende, Zeitlose" (M,XI,656). In Abgrenzung davon kann man von 

mythologischen Figuren oder einem mythologischen Handlungsverlauf sprechen, wenn 

eine Romanfigur oder ein Handlungsstrang eindeutig mythologischen Vorbildern folgt.

214

 

 In der autobiographischen Studie On myself



215

 berichtet Thomas Mann, daß, als er 

einzelne Kapitel der  Buddenbrooks im Familien- und Freundeskreis vorgelesen habe, 

alle geglaubt hätten, dieses Buch sei "eine ganz private Angelegenheit", ein "Familienspaß 

ohne öffentliche Bedeutung" (M,XIII,139). Als der Roman dann gedruckt erschienen 

war, stellte Thomas Mann erstaunt fest, daß er offensichtlich "ein Stück deutscher 

Seelengeschichte" geschrieben hatte

216

 (M,XI,383). Nicht mehr nur ein kleiner Kreis, 



sondern eine ganze Nation teilte und bestätigte die Erfahrungen, die er individuell, 

persönlich, subjektiv beschrieben hatte. Als sich diese Erfahrung in der Folge der 

zahlreichen Übersetzungen auf das europäische Ausland ausweitete, kommentierte 

Thomas Mann: "Man gibt das Persönlichste und ist überrascht, das Nationale getroffen 

zu haben. Man gibt das Nationalste  - und siehe, man hat das Allgemeine und 

Menschliche getroffen" (M,XI,385). Im Glauben, persönliche und ureigene Erfahrungen 

zu beschreiben, hatte er das Allgemein-Menschliche, das Typische getroffen. 

Viele Jahre später setzt er in seinem Vortrag zu  Joseph und seine Brüder (1942) 

das "Typische, Immer-Menschliche, Immer-Wiederkehrende, Zeitlose" gleich mit dem 

Mythischen: "Denn das Typische ist ja das Mythische schon (...), zeitloses Schema und 

von je gegebene Formel, in die das Leben eingeht" (M,XI,656). 

                                                 

211

Vgl. u.a. Helmut Jendreiek:  Thomas Mann. Der demokratische Roman, Düsseldorf 1977, S.126, 



Lämmert: Interpretation, S.223 und Ebel: Integration, S.133 

212


Schopenhauer, Goethe, Freud, Bachofen, Jung, Rohde und Kerényi, vgl. hierzu Jendreiek: 

demokratischer Roman, S.20, Hans Wysling: Mythos und Psychologie bei Thomas Mann, Zürich 

1969, S.16 und Agnes Schlee:  Wandlungen musikalischer Strukturen im Werke Thomas Manns. 



Vom Leitmotiv zur Zwölftonreihe, Frankfurt am Main, Bern 1981, S.45 

213


Thomas Mann: Joseph und seine Brüder. Ein Vortrag, in: M,XI, S.654-669 

214


Vgl. z.B. folgende Studien: Singer: Helena, Koopmann:  Der schwierige Deutsche. Studien zum 


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