Saxa loquuntur Steine können reden



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Sana05.05.2017
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Saxa loquuntur – Steine können reden
Seit über 150 Jahren stehen zwei Kaiserbäume auf der Spitze des Schlossberges. Diese waren selbst in Mattsee nur mehr wenigen BürgerInnen bekannt. Jahrelange Recherchen der dortigen Prangerstutzenschützen brachten manches Detail zu Tage. Im Mattseer Jubiläumsjahr 2010 wollten sie daher die Kaiserbäume - eine Linde und eine Eiche - sowie die kaum mehr bekannte Bezeichnung „Kaiserplatzl“ in Erinnerung rufen. Das ursprüngliche Ensemble wurde durch die Wiedererrichtung einer Gedenktafel geschaffen. Der vor 200 Jahren geborene Mattseer Stiftsverwalter und Mundartdichter August Radnitzky – der „Fink von Mattsee“ - überlieferte den Ablauf der Feierlichkeiten. Anlässlich der Vermählung von Kaiser Franz Joseph I und Elisabeth von Bayern „Sissy“ wurden im Jahr 1854 am Gipfel des Schlossberges eine Eiche und Linde gepflanzt und eine Gedenktafel enthüllt. Die Gedenktafel trug den Hinweis auf die Symbolik der beiden „Kaiserbäume“. Man wünschte dem Kaiserpaar das Schicksal von Philemon und Baucis. Dieses aus der griechischen Mythologie stammende Ehepaar lebte wegen ihrer guten Taten gegenüber den Göttern Zeus und Hermes bis ins höchste Alter glücklich miteinander. Schließlich verwandelten sie sich in eine Eiche und Linde und ihre Wurzeln umschlungen sich immer inniger – ganz wie jene am Mattseer Schlossberg. Die Prangerstutzenschützen Mattsee wollen vor allem den Baum als Flurdenkmal in den Mittelpunkt rücken. „Der Baum als Flurdenkmal ist mehr denn je einer großen Gefahr ausgesetzt. Viele Bäume wurden wegen einer ihnen zugedachten Bedeutung gepflanzt - nicht der Zufall hatte sie gesetzt, gehegt und gepflegt. Die Schnelligkeit des modernen Lebens vergisst ihre Geschichten. Leider fielen nur allzu viele, teilweise uralte Bäume in den letzten Jahrzehnten unserer technisierten Welt zum Opfer. Mit ihnen manches Wegkreuz, manche Kapelle, mancher Bildstock, manche Erinnerung. Große Bäume oder Baumgruppen sind unverzichtbar für die Gliederung der Landschaft“, meint Schützenhauptmann Handlechner Herbert. Hunderte Kilo Steine und Zement wurden zu Fuß zur Wiedererrichtung einer Gedenksäule auf den wunderschönen Aussichtsplatz geschleppt.

Am Sonntag, den 25. Juli 2010 war es soweit. Der feierliche Festakt begann um 11 Uhr im Schlosshof des Schlosses Mattsee.



Ehrenhauptmann Schaumburger Hermann sen. übergab der Marktgemeinde Mattsee die von ihm gespendete Gedenktafel im Schlosshof. Diese wurde anschließend zum Kaiserdenkmal auf die Spitze des Schlossberges getragen und dort eingesetzt. Nach dem kurzen Festakt luden die Prangerstutzenschützen Mattsee zum Frühschoppen mit der Trachtenmusikkapelle Mattsee in die idyllische Weyerbucht.

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